Die Chronik des Ortes Ilmendorf

Ilmendorf im Jahr 1995 hinten das Gewerbegebiet Ilmendorf bei der Erschließung

Ilmendorfer Dorfchronik

Nach schriftlichen Überlieferungen wird der Ort Ilmendorf bereits am 2.Dezember 820 zum ersten Mal als „ad ilme vico“ (Dorf an der Ilm) urkundlich in einer Schenkungsurkunde erwähnt, welcher den Äbten Siegfried und Baturich von Regensburg überantwortet wurde.

Ilmendorf, im Dialekt „Immadaf“, ist eine altbayrische Dorfsiedlung; man geht nach neuesten Schätzungen sogar davon aus, dass es bereits ab 600 eine Siedlung Ilmendorf gibt. Um die Jahrtausendwende verlegten die „Edlen von Ilmendorf“ ihren Sitz dorthin und übten bis in das 13. Jahr-hundert als die „Herren von Ilmendorf“ Herrschaftsrechte aus.

Ab dem 13. Jahrhundert erschienen die Starzhauser in Ilmendorf, denen in den kommenden Jahrhunderten die Schillwatzen und Billwatzen, sowie die Bayrischen Herzöge Johann und Sigmund als Hofmarkbesitzer, folgten.

Mit den Jahren kamen aber auch bäuerlicher Geschlechter zu eigenem Besitz, deren Namen zum Teil noch heute bestehen. So erwarb schon 1499 der Wirt Jörg Scheyerer (heute Gasthaus Turber) die Tafernwirtschaft in Ilmendorf. Auch die Mittermeyer, Sigl, Haas, Sedlmeyer und Kürzinger waren alteingesessene Hofinhaber.

1752 zählt Ilmendorf bereits 39 Anwesen, ein Badhaus, ein Mauthaus, ein Hüthaus und am westlichen Eingang des Ortes, ein Gut, welches als Schloss zu „Billwitz“ angegeben wurde.

Seine offene Lage brachte dem Ort allerdings oft auch härtestes Geschick. 954/55 wurde das damalige „Ilmardorf“ von den Ungarn gebrandschatzt und 1022 von der Pest heimgesucht. Im Jahre 1504 ist es zum zweiten Mal abgebrannt und wurde während des 30-jährigen Krieges 1632 – 46 von den Schweden besetzt. Nach dem 30-jährgen Krieg gab es hier einen ersten „Flüchtlingsstrom“ aus Böhmen, Schlesien, Darmstadt und Belgien sowie auch aus Österreich.

1704 erfolgte eine erneute Plünderung und Einäscherung durch Husaren, kaiserlicher und englischer Reiter.

Schließlich forderten auch noch die beiden Weltkriege zahlreiche Opfer, woran heute noch das Krieger- und Ehrendenkmal in der Ortsmitte erinnert.

Nach dem zweiten Weltkrieg ist in der Gemeinde einiges geleistet worden. 204 Heimatvertriebene aus dem Sudetenland und Oberschlesien waren unterzubringen. Neugebaut wurden ein Leichenhaus, der Glockenstuhl der Kirche mit elektrischem Geläut und das Feuerwehrgerätehaus. Unter anderem wurde die Flurbereinigung durchgeführt, der verlauf der Ilm reguliert, die zentrale Trinkwasserversorgung verlegt und die Ortsstraßen geteert.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Ortschaft durch Ausweisung von Baugebieten und zudem durch zahlreiche Neubauten erheblich vergrößert und verändert, was auf den Bildern aus den Jahren 1900, 1930, und 1995 deutlich zu erkennen ist.

1978 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Ilmendorf im Rahmen der bayrischen Gebietsreform in die Stadt Geisenfeld eingemeindet. Unter der neuen Verwaltung wurde im Jahre 1988 die Abwasserkanal-isation, mit Anschluss an die Kläranlage Vohburg, errichtet. 1993 entstand das ca. 77 ha große Gewerbegebiet nördlich von Ilmendorf zwischen der Schnellstraße B 16 und der Bundesbahntrasse Ingolstadt – Regensburg.

1513 wurde die Pfarrei Ilmendorf gegründet und 1612 das erste Taufbuch angelegt. In der Vergangenheit war der Ort Ilmendorf Seelsorgefiliale von Engelbrechtsmünster und Geisenfeld. Heute gehört Ilmendorf seelsorgerisch zur Pfarrei Irsching.

1996 bis 1999 wurde die Dorfkirche St. Laurentius unter der Leitung von Dekan Helmut Zandt aus Geisenfeld im Innen- und Außenbereich vollständig renoviert.

Das ehemalige Schulhaus im Zentrum des Ortes stellte die Stadt Geisenfeld dem Sportverein als Vereinsheim zur Verfügung; gleichzeitig wurde für den Jugendtreff ein Aufenthalts- und Tischtennisraum eingerichtet. Seit 1992 sind auch die Schützen und die Freiwillige Feuerwehr und seit 2002 der Krieger und Kameradenverein beherbergt. Im Jahr 2006 wurde mit den Planungen für ein neues Feuerwehrhaus begonnen, 2007 wurde der Rohbau, westlich der Ilm an der Ilmbrücke, erstellt.
2011 wurde die alte Schule im Zuge der Dorferneuerung abgerissen. Mit dem Schützenverein als Bauherr wurde in den Jahren 2011 und 2012 ein neues Dorfhaus mit Jugendtreff, Mehrzweckraum, Schützenstüberl und 10 vollelektronischen Schießständen errichtet.

Es gibt fünf Vereine in Ilmendorf. Die Feuerwehr gilt als ältester Verein, wurde 1889 gegründet und feierte 1989 ein
100-jähriges Gründungsfest mit Weihe der renovierten Fahne. Der Krieger- und Kameradenverein Ilmendorf wurde 1919
gegründet und feierte 1994 ein Gründungsfest mit Fahnenweihe. Der Schützenverein wurde 1906 gegründet
( siehe Vereinschronik) und feierte 1959 eine Fahnenweihe, 1976 ein 70- jähriges Gründungsfest und 2006 ein 100- jähriges
Gründungsfest mit Fahneweihe. 1976 wurde der Sportverein Ilmendorf aus der Taufe gehoben. Im Sommer 2006 feierte der
Sportverein sein 30- jähriges Jubiläum mit einer Sportwoche. 2005 wurde schließlich der Förderverein des Schützenvereins
Alpenrose Ilmendorf gegründet. Dieser Verein unterstützt den Schützenverein in der Jugendarbeit.

Zum Jahresende 2013 hatte der Ortsteil Ilmendorf 570 Einwohner und eine Fläche von 796 ha.


Der Gemeinde standen folgende Bürgermeister vor:

1945 – 1956 Josef Wick

1956 – 1963 Johann Koller

1965 – 1972 Johann Lechner (ca. 300 Jahre Selmerhof)

1972 – 1978 Alfred Raczek


Ilmendorf um 1900

Dieses Bild zeigt eine alte Postkarte aus Ilmendorf.
Die Jahresangabe fehlt. Das Bild zeigt den Dorfplatz
mit dem Gasthof Turber, der Krämerei, der Kirche
und dem Schulhaus. Die Ortsansicht ist vom Westen
her, Standort war die Ortsverbindungsstraße nach
Rockolding. Die Straßen waren noch nicht geteert
und das Kriegerdenkmal vor dem Gasthaus
Turber fehlte noch.

Ilmendorf um 1930

Dieses Bild zeigt Ilmendorf aus Richtung Nordosten
von Hartacker her kommend.

Ilmendorf um 2000